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Was ist ein Revers? Arten, Bedeutung und wie Sie es nutzen

Das Revers ist der umgeschlagene Teil an der Vorderseite Ihres Sakkos. Erfahren Sie, was das Wort bedeutet, welche Arten von Revers es gibt und wie Sie es für eine Reversnadel oder einen Anstecker nutzen.

5 Minuten LesezeitVeröffentlicht 23. Oktober 2026

Was ist ein Revers? Das Wort taucht in fast jeder Beschreibung eines Sakkos, Anzugs oder Smokings auf, und doch wissen viele Männer nicht genau, was damit gemeint ist. Das Revers ist der umgeschlagene Teil an der Vorderseite Ihres Sakkos, vom Kragen bis zum obersten Knopf. Es bestimmt zu einem großen Teil, wie förmlich ein Sakko wirkt, und es ist die Stelle, an der Sie eine Reversnadel oder einen Anstecker tragen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein Revers genau ist, woher das Wort stammt, welche Arten es gibt und wie Sie das Revers nutzen, um Ihr Outfit abzurunden.

Was ist ein Revers genau?

Ein Sakko hat an der Vorderseite zwei Stoffteile, die nach außen umgeschlagen sind und in den Kragen übergehen. Diese umgeschlagenen Teile sind das Revers. Sie verlaufen vom Kragen schräg nach unten bis zu der Stelle, an der das Sakko geknöpft wird. Dort geht das Revers in die Bruchlinie über, an der die Vorderteile übereinanderfallen.

Sie erkennen das Revers auch am Knopfloch im linken Revers. Dieses Knopfloch ist heute meist dekorativ und hat selten noch einen Knopf auf der anderen Seite. Es ist für eine Blume oder einen Anstecker gedacht, und es ist die Stelle, an der Sie eine Reversnadel tragen.

Nicht nur ein Sakko hat ein Revers. Auch eine Weste, ein Mantel, ein Trenchcoat und eine Smokingjacke haben eine umgeschlagene Vorderseite. Bei einer Weste ist das Revers oft schmal oder fehlt ganz, bei einem Mantel ist es meist breiter als beim Sakko.

Bedeutung und Herkunft des Wortes Revers

Das Wort Revers stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich umgekehrt oder umgeschlagen. Genau das ist das Revers: ein Teil des Vorderteils, der nach außen gefaltet ist, sodass man die andere Seite des Stoffes sieht. Im Deutschen heißt es das Revers, in Österreich sagt man auch der Revers; die Mehrzahl lautet ebenfalls Revers. Das s am Ende wird nicht gesprochen. Im Englischen heißt das Revers lapel, ein Wort, das Ihnen auch bei Reversnadeln begegnet, die dort lapel pins genannt werden.

Arten von Revers: fallend, steigend und Schalkragen

Es gibt drei Hauptarten von Revers. Der Unterschied liegt in der Form des Übergangs zwischen Kragen und Revers. Diese Form bestimmt, wie förmlich ein Sakko wirkt und zu welchem Anlass es passt.

Fallendes Revers

Das fallende Revers, auf Englisch notch lapel, ist die häufigste Form. Dort, wo Kragen und Revers aufeinandertreffen, sitzt eine V-förmige Kerbe. Sie finden dieses Revers an fast jedem Geschäftsanzug, Sakko und Blazer. Es ist vielseitig und passt zur Krawatte im Büro ebenso wie zum offenen Hemd auf einer Feier.

Steigendes Revers

Beim steigenden Revers, dem peak lapel, läuft das Revers in eine scharfe Spitze aus, die nach oben zur Schulter zeigt. Diese Form wirkt förmlicher und lässt die Schultern optisch etwas breiter erscheinen. Sie sehen sie an Zweireihern, am Cut und an vielen Smokings. Ein steigendes Revers verlangt nach Accessoires mit etwas Ausstrahlung: eine glatte Krawatte oder Fliege, ein Einstecktuch und Manschettenknöpfe.

Schalkragen

Der Schalkragen, der shawl lapel, hat weder Kerbe noch Spitze, sondern verläuft in einer runden Linie vom Kragen bis zum obersten Knopf. Dieses Revers gehört zum Smoking und zur Dinnerjacke und ist oft aus einem glänzenden Stoff gefertigt. Zum Schalkragen tragen Sie eine Fliege; eine Krawatte passt weniger gut dazu.

Breit oder schmal: die Breite des Revers

Neben der Form unterscheidet sich auch die Breite. Ein schmales Revers wirkt modern und schlank, ein breites Revers klassisch und etwas kräftiger. Die Mode wechselt hier immer wieder, von sehr breit bis sehr schmal. Heute sieht man vor allem eine mittlere Breite, die den meisten Männern gut steht.

Eine praktische Faustregel: Die Breite Ihres Revers und die Breite Ihrer Krawatte gehören zusammen. Ein schmales Revers kombinieren Sie mit einer schmalen Krawatte, ein breites Revers mit einer breiteren. So bleibt das Verhältnis im Gleichgewicht. Sehen Sie sich unsere Krawatten an, wenn Sie eine suchen, die zum Revers Ihres Sakkos passt.

Wie nutzen Sie das Revers?

Das Revers ist mehr als eine Form. Es ist die Stelle, an der Sie Ihrem Outfit eine persönliche Note geben. Das sind die bekanntesten Möglichkeiten.

Eine Reversnadel

Eine Reversnadel tragen Sie am linken Revers, im Knopfloch oder direkt daneben. Das kann ein kleiner Metall-Pin sein, ein farbiger Emaille-Pin oder eine Stoffblume. Ein Metall-Pin wie die silberfarbene Fleur-de-Lis passt zu einem geschäftlichen Anlass, eine Stoffblume zu einer Hochzeit oder Feier. Wie Sie sie genau anbringen, lesen Sie in unserem Stilführer: Wie trägt man eine Reversnadel.

Ein Anstecker oder eine Blume

Das Knopfloch im Revers ist von jeher für eine Blume gedacht. Ein Bräutigam trägt dort an seinem Hochzeitstag einen Anstecker, und oft tragen auch die Trauzeugen und die Väter einen. Eine Reversnadel mit weißer Stoffblume ist eine praktische Alternative zur frischen Blume: Sie welkt nicht und sitzt den ganzen Tag ordentlich. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über den Anstecker für den Bräutigam.

Eine Taschenuhrkette

Tragen Sie eine Taschenuhr ohne Weste, können Sie die Kette am Knopfloch des Revers befestigen. Die Uhr kommt dann in die Brusttasche Ihres Sakkos. Wie das funktioniert, steht in unserem Beitrag über das Befestigen einer Taschenuhrkette.

Welches Revers zu welchem Anlass?

  • Büro und Geschäft: ein fallendes Revers in mittlerer Breite. Eine kleine Reversnadel aus Metall ist erlaubt, aber kein Muss.
  • Hochzeit: als Bräutigam ein steigendes Revers oder ein Schalkragen für mehr Ausstrahlung, als Gast ein fallendes Revers. Am Revers ein Anstecker oder eine Reversnadel mit Blume, dazu passende Manschettenknöpfe für die Hochzeit.
  • Gala und Black Tie: ein Smoking mit Schalkragen oder steigendem Revers. Am Revers höchstens eine kleine, dezente Nadel, in der Brusttasche ein Einstecktuch. Lesen Sie auch unseren Beitrag zum Gala-Outfit für Herren.
  • Leger: ein ungefüttertes Sakko oder ein Blazer mit schmalem, fallendem Revers. Hier steht ein farbiger Emaille-Pin besonders gut.

Häufige Fehler beim Revers

Einige Dinge gehen oft schief. Eine Krawatte, die viel breiter oder schmaler ist als das Revers, eine Reversnadel auf der rechten Seite oder ein Sakko, das so eng sitzt, dass sich das Revers wölbt. Das Revers soll flach auf der Brust liegen; der Knopf hält das Sakko geschlossen, nicht das Revers. Zwei Accessoires an einem Revers, etwa eine Blume und ein Pin, sind meist zu viel. Entscheiden Sie sich für eines.

Das Revers als Abschluss Ihres Outfits

Jetzt, da Sie wissen, was ein Revers ist, sehen Sie es überall: am Sakko, an der Weste und am Mantel. Die Form verrät, wie förmlich das Sakko ist, die Breite bestimmt, welche Krawatte dazu passt, und das Knopfloch ist der Platz für eine persönliche Note. Sehen Sie sich unsere Reversnadeln an, von Metall-Pins bis zu Stoffblumen, und runden Sie Ihr Revers ab.

Weitere Fragen zu diesem Thema

Was ist ein Revers?+

Das Revers ist der umgeschlagene Teil an der Vorderseite eines Sakkos, einer Weste oder eines Mantels. Es verläuft vom Kragen schräg nach unten bis zum obersten Knopf und zeigt die andere Seite des Stoffes. Im Englischen heißt das Revers lapel.

Was ist der Unterschied zwischen Kragen und Revers?+

Der Kragen liegt um den Hals und auf den Schultern. Das Revers sind die beiden umgeschlagenen Teile an der Vorderseite, die vom Kragen nach unten verlaufen. Dort, wo sie aufeinandertreffen, sitzt bei den meisten Sakkos eine Kerbe.

Welche Arten von Revers gibt es?+

Drei Hauptarten: das fallende Revers (notch lapel) an den meisten Anzügen und Blazern, das steigende Revers (peak lapel) an Zweireihern, am Cut und an Smokings sowie der Schalkragen (shawl lapel) ohne Kerbe oder Spitze, vor allem am Smoking.

Wie breit sollte ein Revers sein?+

Es gibt kein festes Maß. Ein schmales Revers wirkt modern, ein breites klassisch. Achten Sie vor allem auf das Verhältnis: Die Breite Ihrer Krawatte sollte etwa der Breite des Revers entsprechen.

Wo trägt man eine Reversnadel am Revers?+

Am linken Revers, im Knopfloch oder direkt daneben. Das ist auch der Platz für einen Anstecker. Tragen Sie nicht mehr als ein Accessoire am Revers.

Heißt es der oder das Revers?+

In Deutschland sagt man das Revers, in Österreich auch der Revers. Beides ist richtig. Die Mehrzahl lautet ebenfalls Revers, und das s am Ende wird nicht gesprochen.